Unterlagen auf einem Tisch als Beitragsbild für Case Study Ausschüsse und Gremien155195594

Wenn Ehrenamt und Hauptamt endlich zusammenspielen

Ausgangslage

Die Ausschüsse der IHK waren gut besetzt – mit erfahrenen Unternehmerinnen und Unternehmern aus den unterschiedlichsten Branchen. Auf dem Papier eine starke Konstellation. In der Praxis passierte trotzdem wenig.

Das Hauptamt bereitete die Sitzungen vor, wie es immer getan worden war. Die Themen kamen nicht aus der unternehmerischen Praxis des Ehrenamts, sondern aus der Logik des Apparats. Leitlinien wurden erarbeitet, weil man sie eben brauchte – nicht weil jemand wirklich dahinter stand. Das Ehrenamt saß mit am Tisch, spielte aber keine echte Rolle. Und das spürten alle Beteiligten.

Das Hauptamt hatte das selbst klar benannt: Wenn wir diese Leute schon ins Boot holen, sollten wir ihre Stärken auch nutzen.

Vorgehen

Wir haben zunächst intensiv mit dem jeweiligen Ausschussvorsitz und der zuständigen Hauptamtsleitung gesprochen – bevor irgendetwas geplant wurde. Was sind die Rollen, und wer trägt welche Verantwortung? Welche Strukturen gibt es, welche funktionieren, welche nicht? Wie kommen Themen überhaupt auf die Agenda, und nach welchen Kriterien werden sie priorisiert?

Aus diesen Gesprächen heraus haben wir Auftakt-Workshops entwickelt und gleich zu Beginn der Wahlperiode durchgeführt. Ein halber Tag pro Ausschuss. Das Format war darauf ausgelegt, die Themen zu heben, die das Ehrenamt aus seiner unternehmerischen Praxis als wirklich relevant erlebt – nicht die Themen, die das Hauptamt für vermutlich relevant hält.

Das haben wir nicht nur für einzelne Ausschüsse gemacht. Die meisten Gremien und einige der Ausschüsse der IHK sind diesen Weg mit uns gegangen.

Ergebnis

Die Wirkung war direkt spürbar – und hat sich im Nachgang weiter verstärkt.

Die inhaltliche Arbeit wurde fokussierter. Haupt- und Ehrenamt konzentrierten ihre Ressourcen auf die Themen, die wirklich zählen, statt sich zu verzetteln. Abstimmungsschleifen wurden weniger, weil Rollen und Verantwortlichkeiten klar waren. Die nächsten Schritte nach jedem Treffen? Formuliert, konkret, von allen getragen.

Dazu kam etwas, das man nicht auf der Agenda hatte, aber das sich fast automatisch ergab: Die IHK konnte sich mit diesen Themen auch öffentlich positionieren – als ernstzunehmende Stimme der Wirtschaft in der Region. Präsidium und Präsident konnten Themen besetzen, statt nur zu verwalten.

Die Organisation wurde insgesamt wirksamer. Und das war kein Zufall.

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