Mitte.Bamberg.2025 – Vom Innenstadtgutachten zur gemeinsamen Umsetzung

Ich schildere hier meine Erfahrung als Moderator von Mitte.Bamberg.2025. Im Auftrag der Wirtschaftsförderung Bamberg habe ich den Prozess gemeinsam mit Dorothee Brommer und Annika Leopold begleitet – für dieses eine Projekt zusammengestellt.

Die Ausgangslage

Die Wirtschaftsförderung Bamberg hatte die Hausaufgaben schon gemacht, als sie auf mich zukam: Ein Gutachten lag vor, Handlungsfelder waren benannt, ein enges Netzwerk zu den Akteuren der Innenstadt bestand längst.

Gebraucht wurde etwas anderes. Statt weiterer Analysen brauchte es eine Antwort auf eine einzige Frage: Wie werden aus Erkenntnissen Projekte, die die Menschen vor Ort tatsächlich tragen?

Dafür entstand Mitte.Bamberg.2025.

Das Moderationsteam der BA.CityWerkstatt

Die Moderation der BA.CityWerkstatt war Teamarbeit.

Gemeinsam mit Dorothee Brommer und Annika Leopold habe ich den Beteiligungsprozess über mehrere Jahre begleitet. Jede von uns brachte dabei eigene Erfahrungen und methodische Schwerpunkte ein – von der Prozessmoderation über Design Thinking bis zur strategischen Begleitung von Workshops.

Weiterführende Informationen:

  • Dorothee Brommer – Projektbeschreibung zu Mitte.Bamberg.2025
  • Annika Leopold – Profil bei der Digitalwerkstatt
  • Video-Interview mit Annika Leopold auf der Projektwebsite von Mitte.Bamberg.2025
  • CityWerkstatt – Mitte.Bamberg.2025 – Projektseite der Stadt Bamberg (neu ergänzt)

Mein Auftrag

Im Unterschied zu anderen Projekten war die strategische Richtung bereits klar definiert. Die Wirtschaftsförderung übernahm die Projektsteuerung und legte fest, welche Themen und welche Akteursgruppen im Mittelpunkt stehen sollten.

Meine Aufgabe bestand darin,

  • die einzelnen Beteiligungsformate zu konzipieren,
  • die Veranstaltungen professionell zu moderieren,
  • Ergebnisse nachvollziehbar zu dokumentieren,
  • den roten Faden über mehrere Jahre hinweg sicherzustellen und
  • die Teilnehmenden Schritt für Schritt von der Diskussion in die Umsetzung zu begleiten.

Gerade diese kontinuierliche Prozessbegleitung war aus meiner Sicht ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

Was den Prozess Mitte.Bamberg.2025 besonders gemacht hat

Von Anfang an wurden nicht nur Handel und Gastronomie beteiligt. Auch Dienstleister, Immobilieneigentümer und weitere Akteure der Innenstadt brachten ihre Erfahrungen ein.

Dadurch entstand ein deutlich umfassenderes Bild der tatsächlichen Herausforderungen. Gleichzeitig konnten viele Maßnahmen wesentlich konkreter entwickelt werden, als dies allein auf Grundlage eines Gutachtens möglich gewesen wäre.

Besonders wichtig war dabei die konsequente Verbindung zwischen den einzelnen Veranstaltungen. Jede Sitzung knüpfte an die vorherige an. Ergebnisse wurden dokumentiert, Aufgaben nachverfolgt und neue Projekte unmittelbar weiterentwickelt.

So entstand nach und nach das Vertrauen, dass dieser Prozess tatsächlich Veränderungen bewirken kann.

Wann ich wusste, dass der Prozess funktioniert

In nahezu jeder Stadt beobachte ich zunächst eine gewisse Zurückhaltung. Die erste Veranstaltung ist häufig gut besucht. Gleichzeitig fragen sich viele Beteiligte, ob der Prozess diesmal wirklich weitergeführt wird oder nach kurzer Zeit wieder endet. Auch in Bamberg war diese Haltung spürbar.

Der Wendepunkt kam nicht in der Auftaktveranstaltung, sondern einige Monate später. Als erste Projekte sichtbar wurden und die Teilnehmenden erlebten, dass ihre Ideen tatsächlich aufgegriffen wurden, änderte sich die Stimmung. Aus Beobachtern wurden Mitgestalter.

Für mich ist das bis heute der wichtigste Indikator für einen erfolgreichen Beteiligungsprozess.

Ergebnisse

Neben den einzelnen Projekten ist etwas entstanden, das kein Maßnahmenkatalog zeigt: eine belastbare Zusammenarbeit zwischen Wirtschaftsförderung und den Akteuren der Innenstadt.

Kommunikation wurde einfacher. Ideen entstanden schneller. Und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, wuchs spürbar.

Genau darin liegt für mich der eigentliche Wert von Mitte.Bamberg.2025: in der Art, wie Bamberg heute zusammenarbeitet.

Mit dem Auslaufen der Fördermittel ist unsere aktive Rolle im Projekt nach aktuellem Stand beendet. Ob und wie Mitte.Bamberg.2025 fortgeführt wird, liegt jetzt bei der Stadt und der Wirtschaftsförderung Bamberg.